Henosis

Wie klingt deine Seele?

Kann ich sie hören,
wenn ich ganz still bin,
leerer Raum
für Widerhall?

Muss ich erst erlöschen
in das lichte Sein,
wo Seelenklänge sich vereinen
zu unerhörter Musik?

Warum sehnt sich meine Seele
so sehr
schon jetzt
nach dem Klang der deinen?

 

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Ein Igelleben

Das Bild des Igels scheint ambivalent. Einerseits spricht man vom „Einigeln“, wenn sich jemand zurückzieht. Andererseits symbolisieren die Stacheln eine gewisse Wehrhaftigkeit. Der Igel pikst.

Als ich damals begann, Schritt für Schritt meinen Weg zu gehen – autofrei (später zumindest autoreduziert), umweltschonenderes Verhalten, vegan, plastikreduziert, maschinenreduziert, usw. – , fühlte ich mich recht einsam. Dank des dann aufkommenden Internets und eines Bewusstseinswandels in Teilen der Gesellschaft hat sich das zum Teil gewandelt. Im Umfeld meines „wirklichen“ Lebens ist das allerdings noch etwas anders. Und gewisse Umstände führten schließlich dazu, dass ich sehr müde wurde… Dieser Weg ist anstrengend, und er kam mir zunehmend wie ein sinnloser Kampf vor. Immer wieder gegen den Strom schwimmen. Immer wieder Gegenwind. Sollte ich mir das wirklich alles antun? Vielleicht war ich nah dran, aufzugeben.

Als ich heute morgen mit meinem Hund spazieren ging, sah ich unweit meines Hauses einen überfahrenen Igel auf der Straße. Ein Ruck ging durch mein Herz und durch meinen Kopf.

Mag sein, dass ich mich ab und zu „einigel“, vor allem wenn mir alles zuviel wird. Aber ich freue mich dennoch über die vielen das bequeme Sitzfleisch unserer Gesellschaft piksenden Stacheln; über Menschen, die etwas anders machen, um die Welt ein Stückchen besser werden zu lassen. Wenn ich später mal groß bin, möchte auch so ein Stachel sein. Und ich hoffe, dass ich dann nicht deswegen überfahren werde.

Da geht noch was

Ein Beitrag von Esther war es, der mich daran erinnerte, wie auch ich gestrickt bin …

Meine 80-Liter-Restmülltonne wird von der Müllabfuhr alle vier Wochen geleert. „Geleert“ ist hier eigentlich ein seltsamer Ausdruck, denn die Tonne ist dann jedes mal noch fast leer. Also nahm ich Kontakt mit dem Entsorgungsunternehmen auf, ob es nicht auch kleinere Tonnen oder einen Einsatz für die 80-Liter-Tonne gibt, der das Volumen reduziert. Kleinere Tonnen, so die Antwort, gibt es nicht. Aber solche Reduktions-Einsätze gibt es, allerdings nur für 120-Liter-Restmülltonnen. Ich könnte eine 120-Liter-Tonne kaufen, dazu einen Einsatz, der das Volumen auf 40 Liter reduziert. Also: Eine größere Mülltonne anschaffen, weil ich weniger Müll produziere.

Oder: Seit zehn Jahren sehe ich mich in den örtlichen Geschäften der hiesigen Kleinstadt immer wieder mal nach Müsli in Bio-Qualität um. Das gibt es zwar, aber alle Sorten enthalten stets Honig – was für mich als Veganer nicht in Frage kommt. Also Bio oder vegan – beides geht nicht, wenn ich es fertig gemischt kaufen möchte.

Oder: Der vegane Haselnuss-Schoko-Brotaufstrich in Bio-Qualität und mit TransFair-Siegel, den ich bislang kaufte, ist mit Sonnenblumenöl hergestellt. Aus gesundheitlichen Gründen muss ich seit einigen Monaten auf Produkte mit Sonnenblumenöl verzichten. Das alternative Produkt enthält Palmöl, worauf ich auch lieber verzichten möchte. Gestern machte ich also den Haselnuss-Schoko-Aufstrich selbst. Vor allem das Mahlen der gerösteten Nüsse war mit Großmutters alter, kleiner Nussmühle zwar heimelig-nostalgisch, aber auch sehr zeitaufwändig und schweißtreibend (ein elektrisches Gerät habe ich dafür nicht, und seit einer Weile vermeide ich die Anschaffung elektrischer Geräte). Bei meinem Zeitmangel ist das auf Dauer keine Lösung.

Oder: Endlich habe ich den idealen Schuh für meine Fußprobleme entdeckt. Mit Zehenfreiheit und Nullabsatzhöhe, dabei anders als meine Barfußschuhe auch einlagentauglich. Allerdings ist dieser Schuh mit Leder hergestellt. Also schrieb ich vergangenes Wochenende den Hersteller (eine deutsche Manufaktur) an, ob sich der Schuh nicht auch vegan herstellen ließe, bzw. überhaupt einige vegane Modelle in das Produktangebot aufgenommen werden könnten. Die Verwendung qualitativ hochwertigen Leders entspräche der Unternehmensphilosophie, heißt es in der heutigen Antwort, und das werde auch künftig der Hauptrohstoff bleiben.

Viele weitere Beispiele solcher Art gäbe es. Und manche Leserinnen und Leser werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Die Lösung solcher Probleme auf unmittelbarer, individueller und psychologischer Ebene gestaltet sich unterschiedlich. Mancher resigniert und passt seine Einstellung den Sachzwängen an (was ich für keine gute Lösung halte). Andere werden hartnäckig kreativ oder gehen auch die Beschränktheit der Möglichkeiten positiv an (was ich beides super finde).

An dieser Stelle wollte ich eigentlich meine Sympathie für die Antwort des daoistischen Wu wei bekunden (das man möglichst nicht mit „Scheiß drauf“ übersetzen sollte). Aber damit würde ich mich wieder einem Aspekt meines Strickmusters annähern, möglichst auch immer eine Patentlösung zu finden. Also bleibt dieser Beitrag ohne meine persönliche Lösung des Problems. Ich wünsche mir halt einfach eine bessere Welt. Und wer weiß, vielleicht ist die Welt ja am Ende tatsächlich mit Widersprüchlichkeiten besser als ohne. Dann wäre schon jetzt alles gut. Allerdings: Da geht noch was…

Diese ganz normalen Tage

Es sind diese ganz normalen Tage, an denen gänsehauttrübes Winterwetter Wärme verströmt.
Es sind diese ganz normalen Tage, an denen aus der Tiefe einer altersmüden Hautfalte Schönheit leuchtet.
Es sind diese ganz normalen Tage, an denen auf einem im Herbst vertrockneten Blatt im Schmutz am Straßenrand Wahrheit geschrieben steht.
Es sind diese ganz normalen Tage, an denen aus jedem Regentropfen, wenn er auf die Nase klatscht, ein wenig Freude spritzt.
Es sind diese ganz normalen Tage, an denen ein alter Besen nicht nur Staub, sondern genauso viel Glück aufwirbelt.
Es sind diese ganz normalen Tage, an denen ein Gähnen Erkenntnis schenkt,
und eine ungewaschene Socke Liebe.

 
Leben

 

 

Ein geöffnetes Herz hat ein Gefälle.

Ohne  Zutun und Anstrengung

fließt alles hinein und hindurch,

aus der einen Quelle des Lebens.

 

 

Aus der Mode gekommen

Man ist erfolgreich. Man setzt sich durch und behauptet sich. Selbstbewusst und stark. Frechheit siegt. Spitze Ellenbogen. Man hält mit. Man ist modisch, geizig und selbstverwirklicht. Gesunder Egoismus. Schließlich ist man auch etwas wert. Oft mehr als andere. Niedermachen ist schick. Man ist wer. Man will doch auch leben. Und zwar individuell. Ein guter Mensch ist man trotz alledem. Kalkül wird versteckt. Auch vor sich selbst.

Sie ist aus der Mode gekommen: Die Demut. Manchmal mit Bezug auf den Wortursprung (ahd. diomuoti, mhd. diemüete – dienstwillig, dienstgesinnt) auch Dienmut genannt.

Mut zum Dienen? Ja. Dienen ohne Kalkül braucht Mut. Den Mut, sich entgegen dem Trend der Masse wirklich selbst loszulassen, statt sich trendig von der Masse lose selbstverwirklichen zu lassen.

Und Mut im alten Sinne des Wortes: Sinn. Dienen macht Sinn. Dienen schenkt Sinn. Dienen: Anderen Menschen, oder Tieren, der Umwelt, oder dem Frieden, der Gerechtigkeit, oder der Freiheit, dem Leben, oder Gott (auch aus der Mode gekommen). Dienen als Sinngebung, als Ge-sinn-ung.

Demut bedeutet keine Selbstentwertung. Jeder, der auch nur einmal im Leben richtig liebte, weiß das. Denn hinter der Demut steht die Liebe. Liebe richtet auf. Den geliebten Menschen wie den liebenden Menschen. Ist das mein Nutzen der Demut? Falsche Frage. Wer in der Liebe die Kosten-Nutzen-Rechnung aufmacht, hat schon verloren. Und zwar die Wahrheit der Liebe.

Und Demut bedeutet auch keine völlige Selbstaufgabe. Sich loslassen ist etwas anderes als sich aufgeben. Das musste selbst Mutter Teresa als erstes lernen. Man würde verbrennen wie ein Strohfeuer. Um ein Feuer, das andere lange zu wärmen vermag, muss man sich kümmern.

Ich bin nicht besser als andere. Zu oft fehlt mir Mut und Sinn, mich selbst loszulassen. Aber ich bin altmodisch.

Selbst verdacht

Wenn der Denker beginnt, mit seinem Denken Mitleid zu haben, so dass das Denken beginnt, sich milde zu denken, dann täuscht das Denken erst sich, dann milde den Denker, so dass der Denker beginnt, mit sich Mitleid zu haben, und milde schließlich über sich denkt, er dürfe künftig so tief nicht mehr denken.

(Wie oft stehen wir trockenen Fußes im tiefen Wasser?)

Wie kommt’s?

Menschen, die versuchen, diese Welt ein klein wenig zu verbessern, fühlen sich meist in besonderer Weise nicht nur mit allen Menschen, sondern auch mit den Tieren und der Natur – und manchmal mit dem gesamten Kosmos – verbunden. Diese Verbundenheit ist ein kleiner Vorgeschmack, ein noch verschwommener Blick, auf das Bewusstsein des „Eins-Sein-mit-Allem“, der Nondualität. Solche Begriffe stehen für das Erleben (nicht erdenken) der Überwindung der Subjekt-Objekt-Relation und werden im religiös-spirituellen Kontext mit „Mystik“ überschrieben. Erstaunlicherweise „haben zwischen einem Drittel und der Hälfte aller Menschen mystische Erfahrungen gemacht – weltweit“ (R. Vaas, M. Blume: Gott, Gene und Gehirn, Verlag Hirzel, Stuttgart 2009). Erstaunlicherweise? Manche Hirnforscher gehen davon aus, dass derartige Erfahrungen im Menschen angelegt sind und grundlegend zum Menschsein dazugehören (Ramachandran, Newberg, Persinger, Schröter-Kunhardt, u.a.). Solche Erfahrungen erschaffen zwar noch nicht das nonduale Bewusstsein, aber sie können Schlüssel und Tür dafür sein. Sie ereignen sich entweder spontan und ungesucht, oder aber auf dem fruchtbaren Boden jahrelangen Meditierens.

So war es auch bei mir. Vor drei Jahrzehnten überfiel mich die erste Erfahrung des „Eins-Seins“, und im Jahre 2003 schließlich gab es den „großen Durchbruch“. Seit dem ist mir vieles einfach nicht mehr möglich, worüber ich vorher nicht mal nachgedacht habe – und einiges möglich, was ich vorher nicht konnte, oder ablehnte.

„Auf der rationalen Stufe (fünfter Drehpunkt) dezentriert oder erweitert sich die Identität erneut, wobei sie jetzt die bloß ethnozentrische oder soziozentrische Identität transzendiert und zu einer postkonventionellen oder weltzentrischen Identität gelangt. Man identifiziert sich jetzt aus einer globalen Perspektive. Man kann nicht mehr als ethnozentrisches Wesen existieren oder sich als solches identifizieren. Es schmerzt, nur ethnozentrisch zu sein. Ethnozentrische Reden empfindet man als peinlich. Man hat sich erneut dezentriert, erneut transzendiert. Die jetzige Identität bewegt sich in und existiert dank einem weltzentrischen oder globalen Bewußtsein, einer Identität im Kreis aller Menschen.
Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt, um seine zentrale Identität nicht nur mit allen Menschen, sondern mit allen Lebewesen wirklich zu erfahren. Das globale oder weltzentrische Bewußtsein macht einfach einen weiteren Schritt nach vorn, entrinnt seinem anthropozentrischen Vorurteil und verkündet sich als alle fühlenden Wesen. Dies ist das Erlebnis der Weltseele.
Von der Weltzentriertheit zur Weltseele ist es also nur noch ein relativ kleiner Schritt, wenn man bedenkt, was auf dem Wege zur Erweiterung der Bewußtseinsidentität schon alles geschehen ist. Es ist nichts weiter als die natürliche Forstsetzung des evolutionären Prozesses des Transzendierens und Einschließens, des Ausfaltens und Einfaltens. Jede Emergenz ist ein Dezentrieren, eine Transzendenz, die feststellt, daß wieder ein Stück mehr der „äußeren Welt“ in Wirklichkeit „innerlich“, Teil des eigenen Wesens ist.
Moleküle erwachten eines Morgens und stellten fest, daß in ihnen Atome waren, in ihrem Wesen beschlossen. Zellen erwachten eines Morgens und stellten fest, daß Moleküle als Teil ihres Wesens in ihnen waren. Und vielleicht erwachen auch Sie eines Morgens und stellen fest, daß die Natur ein Teil von Ihnen ist, buchstäblich im Inneren Ihres Wesens. Sie sind nicht Teil der Natur – die Natur ist Teil von Ihnen. Und aus diesem Grund gehen Sie mit der Natur nicht anders um, als Sie mit Ihren Lungen oder Ihren Nieren umgehen würden. Eine spontane Umweltethik brandet in Ihrem Herzen auf, und Sie werden einen Fluß, ein Blatt, ein Reh, einen Zaunkönig niemals mehr mit denselben Augen sehen.
Dies klingt vielleicht ein wenig verrückt und seltsam – bis man selbst diese Erfahrung macht.

Ken Wilber, Eine kurze Geschichte des Kosmos, Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1997/2011, S. 264 f

Ja, das klingt vielleicht ein wenig verrückt und seltsam. Aber das ist der Grund, warum mich so vieles auf der Welt so sehr „angeht“, obwohl es mich doch eigentlich nichts angeht. Das lässt sich ebensowenig abstellen, wie ich meine Lungen oder Nieren einfach abstellen könnte. Auch wenn Lungen oder Nieren manchmal weh tun: Es lässt sich gut damit leben, wenn man erkennt, wie grundlegend Lungen und Nieren für mein eigenes Leben sind.


Dieser Beitrag ist einem geliebten Menschen gewidmet, der sich Sorgen macht, mein „inneres Engagement“ könne mich kaputt machen. Vielleicht kann aber auch die/der ein oder andere etwas damit anfangen.


Verzichtspotential


Käfer auf Asphalt.

Blaue Flügel leuchten mir

Wärme auf die Haut.


„Ich will doch auch leben.“ Dieser wiederholt gehörte Satz sollte an dieser Stelle eigentlich als Einleitung zu einem Nachdenken über Verzichtspotential und die insoweit bedeutsamen psychologischen Mechanismen dienen. Doch die obige Haiku-Notiz aus meinem Tagebuch 2014 genügt, um alles zu sagen. Zumindest für wache Menschen.

Stilfrage

„Ich habe keine Argumente. Das ist eben so!“

Fast hätte ich mich mit der Gastgeberin gestritten, als sich das Thema in das Gespräch hineinschlich und ich dazu meine Meinung äußerte. Sie ist Akademikerin, nicht ungebildet, intelligent. Und dann dieser Satz von ihr… Zorn stieg in mir auf.

Die Verantwortung, die wir haben, in unserem Denken und Handeln auch zu übernehmen, ist eben keine Frage von Bildungsstand und Intelligenz, sondern von Bewusstsein.

Der Zorn in mir ist nicht verursacht durch einen bestimmten Bewusstseinsstand eines Menschen – denn Bewusstseinsentwicklung ist ein Unterwegssein -, sondern durch dessen Weigerung, sein Bewusstsein zu entwickeln und zu weiten, sich also überhaupt auf den Weg zu machen. Denn das Potential dafür ist bei den allermeisten Menschen vorhanden. Und auch der Grund für die Notwendigkeit. Denn in direkter Konfrontation mit Leid zeigt sich bei den meisten Menschen Empathie und ein Ruf nach Abhilfe. Doch das versetzt in Unruhe. Also meidet (und vergisst) man solche Konfrontation lieber. Für mich ist das eine besonders schlimme Form des Egoismus, weil er räumlich und zeitlich so weite Kreise mit verheerenden Folgen nach sich zieht. Im kleineren Kreis der Familie und Freunde (und vielleicht noch der eigenen Nation) können wir uns höchst sozial zeigen. Doch alles andere – den größeren Kreis – blenden wir aus (oder schieben die „Schuld“ auf die Politik und Wirtschaft und vergessen es dann möglichst schnell wieder).

Ein zu voller Teller verhindert manchmal,
dass man über den Tellerrand blicken kann.
Sonst würde man sehen,
wie viele andere Teller leer sind.

Bewusstseinsentwicklung ist für mich eines der Hauptthemen meiner Spiritualität. Aber eben nicht in einer egozentrischen Ausprägung von „Wellness- und Kuschelspiritualität“, sondern integral, also im Hinblick auf das Ich und das Wir, das Subjektive und das Intersubjektive, das Individuelle und das Kollektive, das Innere und das Äußere, das Objektive und das Interobjektive. Die fast lebenslange Beschäftigung damit (und ich werde in Kürze 50 Jahre alt) hat mir gezeigt, dass die meisten Menschen durchaus „das Gute für alle“ wollen. Doch bei diesem Wunsch bleibt es zumeist. Und das macht mich zornig in Anbetracht der Folgen.

Wie soll man mit einem solchen Zorn umgehen, wenn man der Meinung ist, Änderungen seien notwendig?

 

 

Darf der das?

Humor ist eine gute Art, etwas zu vermitteln. Auch krasser Humor. Das ist richtig.

Manche hingegen vertreten die Ansicht, man dürfe die Leute nicht vor den Kopf stoßen und vergraulen; besser sei, klug zu taktieren, diplomatisch und sachlich zu argumentieren. So z.B. die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Das ist richtig.

Andere vertreten die Auffassung, man müsse die Menschen immer wieder so richtig durchschütteln, bis sie aufwachen. Das ist richtig.

Gut und richtig ist auch, das alles zu kombinieren.

Alles richtig? Ja. Selbstverständlich sollte man differenzieren, muss es insgesamt aber nicht so kompliziert machen. So wie es verschiedene Arten des Aufwachens gibt, gibt es auch verschiedene Arten des Aufweckens. Das ist meine Lebenserfahrung. Und man darf den Leuten durchaus auch mal auf die Füße treten (wenn man bereit ist, sich auch selbst auf die Füße treten zu lassen).

Die Sache mit dem Bewusstsein auf der Empfängerseite bleibt natürlich. Bin ich bereit, auch das zu sehen, was ich lieber nicht sehen möchte?

 

In wachsenden Ringen

Mein neuer Blog soll mit dem gleichen Artikel beginnen, mit dem ich meinen vorangegangenen Blog beendet habe:


“Mir war offensichtlich nicht so klar, dass das Bewusstsein nie konkret-punktuell auf einer Stufe zu finden ist, sondern immer auch gleichzeitig nach vorne (oben) und zurück (unten) greift. Die Stufe der Bewusstseinsentwicklung ist also mehr ein statistischer Ort, und seine Bestimmung (Lokalisation) mehr eine Wahrscheinlichkeitsannahme.”

“Wenn die transistente Verdichtung ihre Schwerpunkteigenschaft verliert und zu einem persistenten Fundament für neue Aufweitungen wird, ist es an der Zeit, nicht länger an vertrauten Begriffen und Konzepten festzuhalten, sondern – so schwer es auch fallen mag – entschlossen den nächsten Schritt zu wagen.”

(Notizen aus meinem Tagebuch)