Verstummen

Vor fünf Jahren notierte ich in meinem damaligen Blog unter der Überschrift „Tiefe“:

„Ich werde für Sie beten. Glauben Sie an Gott? Bei Ihnen könnte ich mir das vorstellen. Nichts mache ich ohne Gott.“ sagte sie, ohne wirklich meine Antwort abzuwarten..

Da stand ich nun vor dieser fremden, wunderlichen, alten Dame, die es vermeidet, ihr Haus zu verlassen, hatte mehrmals einen Kloß im Hals und kämpfte mit den Tränen, als sie ihr halbes Leben vor mir ausbreitete und mir ihre Gefühle offenlegte. Dabei wollte ich ihr eigentlich nur ihr gestern entlaufenes Hündchen wiederbringen.

Große Begegnungen finden oft im Kleinen, Verborgenen statt. Zum Beispiel in Hauseingangsfluren.“

Gestern ging ich an ihrem Haus vorbei. In dem verwilderten Vorgarten steht nun ein Schild mit der Aufschrift „Zu verkaufen“.

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2 Kommentare zu “Verstummen

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