Eine Welt

Heute Abend startet im Fernsehen (SAT.1) eine dreiteilige Reihe mit dem Titel „Wir sind Deutschland“. Schon die Vorschau ließ Übelkeit in mir aufsteigen, wie bereits in der jüngeren Vergangenheit das Wiedererwachen des deutschen Nationalbewusstseins bei verschiedenen Anlässen, die das „Deutsche Volk“ von seinem historisch bedingten Schuldkomplex zu befreien schienen.

Doch genau das ist das Problem. Statt wirklich aus der Historie zu lernen und die Chance zu nutzen, das Abgrenzende zu überwinden, wird ein längst schädlich gewordenes anachronistisch-völkisches Revierdenken neu zementiert.

Es ist so offensichtlich, dass ein Umbau der Menschenwelt längst überfällig ist. Wir sind nicht die Deutschen, die Türken, die Amerikaner, die Syrer, … Wir sind die Menschen. Eine der vielen Lebensformen dieses Planeten und dieses Kosmos.

Die ersten, noch halbherzigen Ansätze zur Überwindung der geistigen Enge, wie die Europäische Union oder die Vereinten Nationen sind gut, aber genügen nicht, weil sie im Kern selbst nicht aus dem hinderlichen Abgrenzungsdenken herausfinden. Die neuen Medien, allem voran das Internet, haben hier schon mehr geleistet.

Eine Welt Für das kindische Mein-und-Dein-Gezänke der Weltpolitik ist dieser Planet längst viel zu klein geworden. Es ist an der Zeit, erwachsen zu werden. Für uns alle. Bei allen komplexen globalen Verflechtungen geht den vielen Schritten, die die Menschheit zu gehen hätte, eines voraus: die Weiterentwicklung und Weitung des Bewusstseins. Der notwendige Umbau dieser Welt kann nicht „von oben und außen“ gelingen. Er beginnt im Kopf eines jeden Einzelnen. Hier und jetzt. In mir und dir.

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2 Kommentare zu “Eine Welt

  1. Du sprichst mir aus der Seele.
    Schade nur, dass „die Menschheit“ in sich selbst schon so stark uneins und unterschiedlich ist, dass sie nichtmal bezüglich grundlegender Menschenrechte einen für ALLE Menschen und Kulturen gleichermaßen verpflichtenden Wertemaßstab findet.
    Ist „die Menschheit“ in diesem Sinne vielleicht nur ein schöner Traum in Ewigkeit?
    Hoffentlich nicht.
    Ja, auch kleine Schritte führen näher zum Ziel. Zum Glück.

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    • Schöne Träume sollte man versuchen zu leben… 😉 Ich danke dir.

      Die Unterschiedlichkeit von Menschen und Kulturen ist vielleicht gar nicht so sehr das Problem dabei (sondern für Entwicklung eher etwas Förderliches), wenn man bedenkt, dass jedes Wesen im Grunde nur leben bzw. glücklich leben will. Über die „Goldene Regel“, welche in mehr oder weniger allen Kulturen bekannt ist, hätte man dann schon einen ersten Schlüssel.

      Lieben Gruß an dich.

      Gefällt 1 Person

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